Webdesign

Atomic Design erklärt – und wo es an Grenzen stößt

Ein moderner Schreibtisch mit einem Computerbildschirm, auf dem eine Webdesign-Oberfläche angezeigt wird. Um den Bildschirm schweben verschiedene UI/UX-Elemente wie Webseiten-Layouts, Grafiken, Diagramme und Navigationselemente. Der Begriff „Web Design“ ist mehrfach sichtbar. Die Szene vermittelt ein Konzept von kreativer Webentwicklung, User Experience (UX) und User Interface (UI) Design.

Webdesign kann schnell unübersichtlich werden – vor allem, wenn es an Struktur und Konsistenz fehlt.

Eine mögliche Lösung? Atomic Design – ein modularer Ansatz, den Brad Frost entwickelt hat, um komplexe Websites besser zu organisieren.

Doch ist Atomic Design wirklich die beste Lösung für jedes Webprojekt? Oder bringt es auch Herausforderungen mit sich?

Lass uns einen ehrlichen Blick darauf werfen.

Wie Atomic Design entstanden ist

Wer ist Brad Frost?

Brad Frost ist ein renommierter Webdesigner, Berater und Autor, der mit Unternehmen wie Nike, TechCrunch und Time Inc. gearbeitet hat.

Während seiner Arbeit stellte er fest:

• Webdesign wird immer komplexer – es gibt unzählige Seitentypen, Module und Komponenten.

• Teams verlieren oft den Überblick über ihre eigenen Designrichtlinien.

• Designs werden inkonsistent, weil Entwickler und Designer unterschiedliche Stile verwenden.

Um diesem Chaos entgegenzuwirken, entwickelte er 2013 das Konzept des Atomic Design.

Seine Idee: Eine Website funktioniert wie die Natur – sie besteht aus kleinen, wiederverwendbaren Bausteinen, die sich zu etwas Größerem zusammensetzen.

Dieses Prinzip stellte er erstmals 2013 vor, und 2016 veröffentlichte er sein Buch „Atomic Design“, das die Methode weiter bekannt machte. Heute setzen viele große Unternehmen auf diesen Ansatz, um ihre Designsysteme effizienter zu gestalten.

Wie Atomic Design funktioniert – Vom Kleinsten zum Ganzen

Brad Frost unterteilt Webdesign in fünf aufeinander aufbauende Ebenen:

  • Atome → Die kleinsten Bausteine, z. B. Buttons, Labels, Eingabefelder.
  • Moleküle → Kombinationen aus Atomen, z. B. ein Suchfeld mit Label und Button.
  • Organismen → Gruppen von Molekülen, z. B. eine komplette Navigationsleiste.
  • Templates → Strukturen aus Organismen, die ein Layout definieren.
  • Seiten → Fertige Templates mit spezifischem Inhalt.

Die Idee: Jedes Element wird einmal erstellt und dann wiederverwendet – für maximale Konsistenz und Effizienz.

Aber ist das wirklich immer der beste Weg?

Die Vorteile von Atomic Design

Mehr Konsistenz – Ein einmal definierter Button sieht überall gleich aus.

Effizienz in großen Teams – Entwickler und Designer arbeiten mit den gleichen Komponenten.

Schnellere Änderungen – Eine Anpassung an einer Komponente wirkt sich auf alle Instanzen aus.

Skalierbarkeit – Ideal für Designsysteme mit vielen Unterseiten und wiederkehrenden Elementen.

Praxisbeispiel:

Große Plattformen wie Airbnb oder Shopify setzen auf modulare Designsysteme, um tausende Seiten konsistent zu halten.

Doch was, wenn du nur eine kleine, kreative Website erstellst?

Wo Atomic Design an seine Grenzen stößt

Nicht immer flexibel genug

Atomic Design eignet sich hervorragend für standardisierte Websites – aber was, wenn jede Seite einzigartig sein soll? Kreative, unkonventionelle Designs lassen sich oft schwer in ein modulares System zwängen.

Kann zu starren Strukturen führen

Einmal festgelegte Komponenten sind effizient – aber sie können auch die kreative Freiheit einschränken. Wenn alles einem Muster folgen muss, kann das Design schnell generisch wirken.

Erhöhter Initialaufwand

Ein Atomic-Design-System muss erst einmal entwickelt werden – das kann gerade für kleine Projekte mehr Aufwand als Nutzen bedeuten.

Nicht immer sinnvoll für kleine Websites

Eine Landingpage mit drei Unterseiten braucht kein vollwertiges Designsystem. Hier kann Atomic Design mehr Komplexität schaffen, als es löst.

Wann Atomic Design sinnvoll ist – und wann nicht

Sinnvoll für:

• Große, skalierbare Websites mit vielen wiederkehrenden Elementen

• Teams mit mehreren Designern & Entwicklern

• Unternehmen, die langfristig ein konsistentes Designsystem aufbauen wollen

Weniger sinnvoll für:

• Kleine Websites oder einmalige Landingpages

• Kreative Projekte mit stark individuellen Seiten

• Schnelle Prototypen ohne langfristige Skalierung

Kurz gesagt: Atomic Design ist ein mächtiges Werkzeug – aber nicht jedes Projekt braucht es.

Fazit: Atomic Design ist nicht für jeden das Richtige

Atomic Design hilft, Webprojekte zu strukturieren und effizienter zu machen.

Aber: Es ist kein Allheilmittel – und kann in manchen Fällen sogar hinderlich sein.

Setze Atomic Design gezielt dort ein, wo es Sinn macht – aber verliere nicht die Flexibilität, wenn es um kreative oder kleinere Projekte geht.

📩 Hast du Fragen oder suchst du nach einer passenden Designstrategie für dein Projekt? Schreib mir – ich helfe dir gerne weiter!

Christoph Schmitt
Christoph Schmitt
Webdesigner
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